Düsseldorfer Jonges

Tischgemeinschaft im Heimatverein Düsseldorfer Jonges e.V.

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„Kunst statt Raketen“ 26.05.18

„Kunst statt Raketen“ -

ist das Motto unserer diesjährigen Führung durch die ehemalige Raketenstation gegenüber der „Museum Insel Hombroich“. An dieser 2. Tour nahmen wieder 16 Jonges und Ladies der TG 14  „medde d´rzwesche“ teil, geführt  vom „Alleswisser und Aufklärer“, Herrn Notthoff.

Die NATO hatte dieses Gelände während des Kalten Kriegs von 1967 bis 1990 zur Flugabwehr   genutzt. Zurück blieb eine vernachlässigte Landschaft mit Stacheldrahtzäunen, Scheinwerfern, Hallen, Hangars, Bunkersysteme und der Beobachtungsturm.

1994 erwarb es der Gründer von „Insel Hombroich“, K.H. Müller, und ließ es behutsam umgestalten. Es entwickelte sich ein eigener Landschaftsraum mit Wohn- und Arbeitsstätten für Künstler, Literaten, Komponisten und Wissenschaftler, für Veranstaltungen, Seminare und Workshops.

Für die Entwürfe und Realisierung von Gebäuden im Grenzbereich von Skulptur und Architektur gewann Müller bedeutende Architekten wie Raimund Abraham, Tadao Ando,  Erwin Heerich, Claudio Silvestrin, Alvaro Siza und als Künstler Dietmar Hofmann, Oliver Kruse, Katsuhito Nishikawa, die ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren.

Neben der „Stiftung Insel Hombroich“ mit Raketenstation und Kirkeby-Feld ermöglichten zwei weitere Stiftungen großartigen Aus- und Darstellungen in außergewöhnlichen Architektur. Solch eine Spezialisierung auf Architektur-Lehre hat nur noch Frankfurt aufzuweisen.  

- Das von Tadao Ando erbaute Museum mit 3 Ebenen und langgezogenen Treppen für die „Langen Foundation“ ist seit 2004 nicht nur eine erstklassige Adresse für Ausstellungen, sondern bietet auch ein exklusives Umfeld für Veranstaltungen – z.B. Zero-Künstler Otto Piene's Sky Event mit Infratables, am 14.8.14 realisiert, kurz nach seinem Tod in Berlin. 

- Die „Skulpturenhalle“ wurde von Thomas Schütte 2016 eröffnet. In der Mitte der großen ovalen Halle, die von einer Holz-/Stahlkonstruktion abgedeckt ist, steht ein etwa 3m hoher mittelalterlicher Doppelturm mit Eingang ins Helle. Unter dem Vorplatz hat T. Schütte seine Skulpturen sicher untergebracht.

Und welch ein Glück für uns: Alle drei Stiftungen veranstalten zeitgleich Ausstellungen:

- Im stilbetonten Siza-Pavillon auf der Raketenstation ist die strenge Architekturfotografie des plötzlich verstorbenen Fotografen Tomas Riehle zu sehen, mit Arbeiten aus 40 Jahren.

- Langen Foundation mit junger Kunst von Installation bis Malerei mit der Schau „Polyphon -  

künstlerische Darstellungen aus der Sammlung Viehof“.

- Skulpturenhalle mit Schütte´s teuerster und aufregendster Ausstellung von Arbeiten des   2001 verstorbenen puristischen Bildhauers Juan Munoz.

Nach 2 ½ Std. haben wir es geschafft: Die von Herrn Notthoff fließend leicht genannten Namen, Daten und Entwicklungen von Kunst und Natur an dieser Stelle, südlich von Neuss, waren für uns sehr anspruchsvoll. Aber wir bemühen uns, vieles in Erinnerung zu behalten.

Und dann ging nichts mehr außer endlich Essen - in dem netten, weiter empfehlenswerten portugiesischen Restaurant Lareira in Reuschenberg an der B 477 .

 

Guten Appetit – vor allem auf Kunst und Natur - wünscht allen Hombroich Interessierten

Herbert Jahns und dankt dem Tischvorstand für sein Präsent.